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#009 Warum bleibt der Napf voll?

Wenn dein Tier bei vollem Napf hungert.

Kennst du das?

Du füllst den Napf von deinem Hund / deiner Katze frisch auf, aber dein Tier geht gleich wieder weg oder sieht dich gar an als würdest du es vergiften wollen? Oder kommt zu dir betteln, trotz vollem Napf?

Es gibt viele Gründe warum Hund oder Katze, ab und zu ein Theater um ihr Futter machen. Ich habe dir hier eine Checkliste zusammengefasst, die du für dich durchgehen kannst, um schneller das Problem herauszufinden, warum dein Tier vor dem vollen Napf lieber hungert.


Die Punkte sind ohne spezielle Reihenfolge aufgelistet und sollen dir einfach einen Anhaltspunkt geben.


Oft kommt die Aussage "mein Tier ist mäkelig". Klar kann ein Hund oder eine Katze die Eigenschaft haben, sehr wählerisch zu sein, manchmal kommen aber auch andere Faktoren ins Spiel.



Neophobie

„Die Angst vor etwas Neuem“ besonders bekannt bei Katzen, aber auch beliebt bei Hunden.

Hat dein Tier immer nur Trockenfutter zum Fressen bekommen, wird es vermutlich schwer sein es von einem Nassfutter zu überzeugen. Die Neophobie bezieht sich nicht nur auf eine andere Konsistenz des Futters, sondern auch auf die Geschmackssorte. Je mehr sich das neue Futtermittel vom alten unterscheidet, wird es vermutlich schwerer sein, dein Tier davon zu überzeugen.


-> Neophobie kann man etwas vorbeugen, in dem man neben dem Hauptfutter auch andere Futterarten/-sorten z.B.: als Leckerli anbietet.

Bei manchen Tieren muss man teelöffelweise oder sogar messerspitzenweise das neue Futter in das alte untermischen. Das Prozedere kann sich Tage, Wochen oder sogar Monate hinziehen, aber wenn es sich um eine gesundheitliche Futterumstellung handelt, sollte man auf jeden Fall dranbleiben.

Tipps zur Futterumstellung folgen noch in einem anderen Beitrag.



Grenzen testen

Jugendliche / neu eingezogene Tiere testen oft aus, wie weit sie gehen können. Nicht nur auf die Erziehung bezogen, sondern auch auf die Napffüllung. Auch bekannt als "Trotzphase".

Oder wenn Hund oder Katze weiß, dass nach einer kurzen Wartezeit etwas Besseres nachkommt, ist es klar, dass sie das Absitzen.


-> Hier musst du als Besitzer stark bleiben. Ein ausgewachsener Hund kann problemlos bis zu 24h fasten, eine Katze zur Sicherheit max. 12h. Danach sollte es erneut versucht werden und zumindest ein kleiner Happen von etwas anderem angeboten werden. Aber bitte kein Leckerli oder irgendetwas sehr schmackhaftes!

Ich persönlich fülle unsere Kater-Teller erst wieder frisch auf, wenn das meiste gefressen wurde und nur noch vereinzelnde Stücke übergeblieben sind. Die alten Stückchen vermische ich mit dem Neuen und irgendwann ist dann der Teller ganz leer geschleckt. (all-you-can-eat Fütterung)



Abwechslung vorausgesetzt

Du bietest deinem Tier täglich etwas Neues an? Dann hast du es etwas „Überverwöhnt“ zu deinem Nachteil und die Abwechslung wird nun vorausgesetzt.


-> 2-3 Tierarten in Summe reichen völlig aus. Bei Fertigfutter kannst du bzw. solltest du auch noch zwischen 1-3 unterschiedlichen Marken variieren, um eine bessere Nährstoffversorgung zu garantieren. Auch wenn die Abwechslung gut gemeint ist, Tiere sind hier etwas einfacher gestrickt als wir Menschen.



Faulenztag

Gab es heute kaum bis keine Bewegung ist der Energiebedarf und somit die benötigte Futtermenge geringer.


-> bringe ausreichend Bewegung in den Alltag, um den Appetit anzuregen.



Abgestanden

Ist das Futter vielleicht schon schlecht geworden?

Gerade bei warmen Temperaturen geht das oft schneller als man denkt.

Steht es schon zu lange offen herum, so dass sich womöglich der Duft verflüchtigt hat?

Oder hat es vielleicht den Umgebungsgeruch angenommen?


-> Achte darauf das übergebliebene Futter gut zu verschließen, damit es länger haltbar ist und keine fremden Gerüche annimmt. Leicht schlecht riechendes rohes Futter würde ich einem Tier, welches keinen empfindlichen Magen hat, noch anbieten. Schlecht gewordenes gekochtes Fleisch sollte jedoch nicht mehr angeboten werden.



Temperatur

Im Sommer bzw. bei hohen Temperaturen, haben auch Tiere kaum Appetit und bevorzugen es abends/nachts zu fressen.

Wie ist die Temperatur des Futters? Zu heiß? Zu kalt aus dem Kühlschrank/Gefrierschrank? Auch das kann zur Futterverweigerung führen.



Gesundheitliche Beschwerden

Schau dir mal das Maul, die Zähne & Zunge genau an.

Gibt es vielleicht Entzündungen/Geschwüre/wackelige Zähne?

Allgemein Befinden heute? Eher fit? Eher kränklich? Verkühlung, Magen-Darm-Beschwerden usw.


-> gehören Magen-Darm-Beschwerden zum Alltag wäre ein Blutbild &/ Darmfloracheck und eine Darmsanierung womöglich von Vorteil.



Das Futter bekommt ihm nicht

Gab es nach dem gleichen Futter schon einmal Magen-Darm-Beschwerden? Bauchweh, Darmgeräusche, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall … - Tiere können zum Teil nachvollziehen, dass in der Zusammensetzung ihnen etwas nicht gutbekommt.

Futter kann auch mit einer negativen Erfahrung verknüpft werden. z.B.: es gibt immer die besonderen Leckerlis wenn man zum Tierarzt fähr.



Psychische Beschwerden

Gibt es mehrere Tiere im Haushalt, so dass die Fütterung stressig verläuft bzw. das Tier sich gestresst fühlt?

Trauert das Tier? Ist die Bezugsperson nicht da?

Wie ist das Umfeld? Eher ruhig und entspannt oder laut, voll & hektisch



Gerüche

Wie sind die Gerüche in der Umgebung?

Wasch-/Putzmittel, Duftkerzen, Blumen, Öl-Diffuser, … etwas, das den Appetit verderben kann?



Verrückte Hormone

Ist das Tier läufig, trächtig oder scheinträchtig?

Riecht der intakte Rüde/Kater eine läufige Hündin / rollige Katze?


-> Hier heißt es absitzen.

Soweit ich weiß kann man etwas Phytotherapeutisch (die Ausbildung wird erst 2021 begonnen) unterstützen, aber gerade bei intakten Rüden, welche sehr auf läufigen Hündinnen reagieren, sollten von einem erfahrenen Verhaltenstrainer & Tierarzt untersucht werden, ob der Stress keine gesundheitlichen Probleme fördern könnte.

Freigänger Katzen/Kater müssen kastriert werden.



Spiegelung deiner Stimmung

Fühlst du dich schlapp oder hast einen schlechten Tag, kann je nach Bindung zwischen dir und deinem Tier deine Stimmung auf das Tier gespiegelt/reflektiert werden.

Hast du vielleicht heute einen schlechten Tag, kann auch dein Hund/deine Katze einen schlechten Tag haben.

Stehst du nervös neben dem frisch gefüllten Napf mit den Gedanken "hoffentlich schmeckt es / warum frisst er nicht / o.ä wird auch dein Tier dem Futter gegenüber skeptisch sein.


-> in solchen Fällen mit positiven Gedanken den Napf abstellen und den Raum lieber verlassen.


ODER es schmeckt einfach wirklich nicht

Auch das muss in Betracht gezogen werden.

Jedes Tier ist individuell und das auch in dessen Geschmacksvorlieben.

Hier heißt es einfach ausprobieren & schmackhaft machen.




Fallen dir noch andere Punkte ein, warum dein Tier den Napf voll lässt?

Schreib mir gerne eine Nachricht! info@myfeedingcompass.at


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Symbolbild, shutterstock.com/SeventyFour/1369386470

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