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#011 Wie viel Abwechslung im Napf macht Sinn?

Abwechslung im Napf ist für viele Hunde- & Katzenbesitzer ein Thema. Aber warum sind hier die Meinung so unterschiedlich? So kommt es oft vor, dass viele Besitzer der Meinung sind, sie müssten jeden Tag in der Woche etwas anderes füttern. Andere hingegen sind der Meinung: jeden Tag das Gleiche reicht vollkommen aus. Zwei Extreme eben.

Hier hat die Industrie ihr Marketing sehr gut angebracht. Von Huhn, Pute und Rind über Känguru, Strauß und Krokodil gibt es bereits eine Vielzahl an diversen Futtersorten. Das verleitet einen natürlich alle möglichen Sorten auszuprobieren bzw. verunsichert wie viel Abwechslung das Tier braucht.


Ich persönlich, als Mensch, esse hauptsächlich Hühner- & Rindfleisch. Ab und zu Schinken/Speck vom Schwein und selten Fisch oder Garnelen. Warum brauchen meine Kater nun mehr Tierarten zu fressen als ich?

Meine Kater bekommen aktuell Rind & Ente roh, ab und zu gekochtes Kaninchen oder Huhn. Und etwas Fisch, wenn wir uns einen zubereiten. Sie freuen sich trotzdem jedes Mal auf ihre Mahlzeiten, obwohl es für manche einseitig klingen würde.

In der Natur würden sie auch hauptsächlich Mäuse, Ratten & Vögel fressen – also 2-3 Tierarten. Kommt natürlich alles darauf an, wo die Katze ihre Freizeit verbringt. Jedes weitere Beutetier, wie z.B.: Insekten, werden kaum zur Hauptmahlzeit mehr gezählt, sondern als Snack bzw. Abwechslung.

Und ganz ehrlich, wenn deinem Hund/deiner Katze das aktuelle Futter schmeckt, warum dann die Sorge Abwechslung reinzubringen?


Bevor wir zu den Tipps für Abwechslung voranschreiten:

  • Für jeden Vorschlag ist die Voraussetzung, dass sie auch dein Tier gesundheitlich verträgt.

  • Zuästzlich muss die Art der Abwechslung überlegt bzw. das Gewicht deines Tieres berücksichtigt werden

  • Je nachdem wie empfindlich dein Tier ist: Futteränderungen oder neue Zusätze sollten lieber schrittweise eingeführt werden damit sich die Darmflora daran gewöhnt.

  • Nur weil es Tier A gut bekommt, heißt es nicht, dass Tier B ebenfalls glücklich damit ist.



Tipps für Abwechslung im Napf


Nassfutter

Verwende 1-3 Proteinsorten

Bei Fertigfutterprodukten reicht es sich auf 2-3 Proteinsorten festzulegen. So hat man ausreichend Abwechslung und auch eine bessere Nährstoffdeckung. Denn je nachdem um welche Fleischsorte (z.B.: helles Fleisch vom Huhn, dunkles Fleisch vom Rind) es sich handelt, liefert sie mehr oder weniger von bestimmten Nährstoffen.


Verwende 1-3 unterschiedliche Futterhersteller.

Suche dir von den Proteinsorten, welche verfüttert werden, noch einen oder zwei weitere Hersteller. So hast du unterschiedliche Zusammensetzungen, Zusätze, Verarbeitungsarten, Konsistenzen, Fleischlieferanten, usw. Gerade um eine einseitige Geschmacks- und Konsistenzprägungen zu vermeiden wäre diese Abwechslung sinnvoll. So wird es allgemein auch leichter sein dein Tier bei Bedarf auf eine neue Futtersorte/-marke zu gewöhnen.

Außerdem kommt so eine bessere Nährstoffdeckung zustande, da Hersteller meist eine eigene Vitamin- & Mineralienzusammensetzung als Supplement verwenden.


Diese zwei Tipps waren schon mal die wichtigsten Punkte.

Füttert man von klein auf in dieser Form, sollte es auch für die Zukunft leichter mit Futterumstellungen verlaufen.


Möchtest du trotzdem mehr Tierarten oder unterschiedliche Hersteller verfüttern, kann man sich auch hier leicht ein wählerisches Tier erziehen. In meinem Beitrag „#009 Warum bleibt der Napf voll?“ findest du noch weitere Gründe warum dein Tier wählerisch sein könnte.


Natürlich gibt es auch Spezialfälle, welche besonders mäkelig sind. Diese kann man mit besonderer Überzeugungskunst auf das neue Fütterungssystem langsam anpassen. Denn meistens muss spätestens im Alter ein alters- und womöglich gesundheitsangepasstes Futter her.


Zusätzlich kannst du folgende Abwechslung einbauen

  • Gemüse: roh, gekocht, gedünstet, im Ganzen, gerieben, geraspelt

  • Obst: roh, im Ganzen, gerieben, geraspelt

  • (Pseudo-) Getreide (bei Katzen eher nicht empfehlenswert)

  • diverse Essensreste-Snacks

  • sinnvolle Zusätze ergänzen: Lachsöl, 3-6-9 Öl, Kokosraspeln, Nüsse, …

  • eine Mahlzeit roh oder gekocht pro Tag oder Woche ergänzen

  • Leckerlis & Kauartikel zählen ebenfalls zur Abwechslung


Rohe/gekochte Fütterung

Für die Rohfütterung können bereits viele Tipps aus der Nassfutter-Fütterung übernommen werden, deshalb mache ich es hier in der gekürzten Form, falls jemand nur diesen Teil liest:

  • 1-3 Proteinquellen

  • 1-3 unterschiedliche Fleischlieferanten

  • unterschiedliche Präparat-Marken ausprobieren

  • unterschiedliche Innereien-Aufteilungsarten wählen

  • vollwertige Ration gegen Fleisch mit Komplettpräparat austauschen

  • roh, gekocht (leicht/ganz durch), angebraten, Dose

  • Gemüse: roh, gekocht, gedünstet, im Ganzen, gerieben, geraspelt

  • Obst: roh, im Ganzen, gerieben, geraspelt

  • (Pseudo-) Getreide (bei Katzen eher nicht empfehlenswert)

  • Flohsamen, Leinsamen, Chiasamen, ...

  • diverse Essensreste-Snacks

  • sinnvolle Zusätze ergänzen: Kokosraspeln, Nüsse, Gelenkskur …

  • Leckerlis & Kauartikel zählen ebenfalls zur Abwechslung



mögliche Folgen von zu viel Abwechslung

  • wählerisches Tier

  • Die Verdauung kann sich nicht an die Fütterung einstellen -> Magen-Darm Probleme

  • kein Überblick, welche Komponenten bereits gefüttert wurden -> Allergien, Unverträglichkeiten schwer zu erkennen, erschwert die Durchführung einer Ausschlussdiät

Symbolbild: shutterstock.com/Pavel Rudoy/1665878725

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