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#002 Einteilung nach Feuchtigkeitsgehalt

Überblick über Nass-, Trocken- & halbfeuchtes Futter


60% - 85% = Nass- / Feuchtfutter

Das geeignetste Futter, nach rohem oder selbst gekochtem Futter, für Hunde & Katzen ist das Nassfutter bzw. Feuchtfutter. Hier werden alle Bestandteile vorgemischt, vorgekocht und in Dosen abgefüllt. Nach dem Verschließen werden sie erhitzt. Das Erhitzen ist notwendig um die Dose länger haltbar zu machen und mögliche Krankheitserreger abzutöten.

kaltabgefüllt

Wie es schon das Wort beschreibt, werden die Zutaten vor dem Abfüllen in die Dosen nicht/kaum erhitzt, das Vorkochen entfällt hier. Das Erhitzen der geschlossenen Dose wird jedoch trotzdem durchgeführt, zwecks Entkeimung und Haltbarkeit. In Summe werden so die Komponenten schonender verarbeitet und der Nährstoffverlust fällt etwas geringer aus.



14% - 20% = halbfeuchtes Trockenfutter

Halbfeuchtes Trockenfutter oder auch Soft-Trockenfutter enthält gegenüber konventionellem Trockenfutter mehr Feuchtigkeit. Aufgrund dieser Eigenschaft lassen sich die Kroketten leichter zerteilen und werden gerne auch als Leckerlis verwendet. Der negative Aspekt der höheren Feuchtigkeit ist, dass im Futter mehr Konservierungsstoffe und Antioxidantien enthalten sein müssen, um die Ansiedlung von Bakterien, Schimmel und anderen Erregern zu verhindern. Des Weiteren ist die Haltbarkeit gegenüber „Standard“-Trockenfutter geringer.



0% - 14% = Trockenfutter

Trockenfutter ist wohl die einfachste Hunde- & Katzenfütterung und indirekt nur für den Menschen entwickelt. Die zwei größten Probleme bei Trockenfutter sind die fehlende Feuchtigkeit und die geringe Futtermenge. Der fehlende Wassergehalt und die Saugwirkung der Kroketten im Verdauungstrakt „trocknen“ langsam das Tier aus. (z.B.: Wechsel auf Trockenfutter - plötzlich kein Durchfall mehr) Somit muss auf eine ausreichende Trinkmenge geachtet werden. Gerade bei Katzen ist das ein größeres Problem, da sie Flüssigkeiten hauptsächlich über ihre Nahrung aufnehmen. Aus diesem Grund sollte bei Katzen Trockenfutter nicht als Hauptfutter gegeben werden. Nun zur Futtermenge; dieser Punkt ist am einfachsten mit einem Gegenüberstellungsbeispiel mit Nassfutter zu verdeutlichen.

  • Futtermenge für einen Hund mit 25kg und Idealgewicht.

  • Das gewählte Trocken- & Nassfutter stammen von der gleichen Marke, sind Alleinfuttermittel und haben die Proteinquelle Rind.

  • Die Energie & Futtermenge wurde mit dem Energiebedarf & Futtermenge Rechner auf MyFeedingCheck.com errechnet.

Die Tabelle zeigt, dass die Futtermenge beim Nassfutter deutlich höher ist als beim Trockenfutter (ca. das 3-fache). Tiere, welche nur trocken gefüttert werden, sind oft „dauerhungrig“ und haben meist auch mit Übergewicht zu kämpfen. Die Rechnung veranschaulicht diese Probleme auch gut, da mit einer reinen Trockenfutter-Fütterung es schwer wird das Tier zu sättigen und gleichzeitig das Idealgewicht zu halten.


Falls Du die Werte nachrechnen oder andere Produkte vergleichen möchtest, kannst du das am einfachsten über den Energiebedarf & Futtermenge Rechner auf MyFeedingCheck.com durchführen.


extrudiert – heißgepresst

Wird kein Herstellungsverfahren genannt, wird konventionelles Trockenfutter meist im Extruder produziert. Im Extruder werden die gemahlenen Bestandteile vermischt, mit Wasser zu einem Brei verarbeitet, mit Wasserdampf aufgeschlossen und zum Ausgang des Extruders befördert. Dort angekommen wird die Masse durch Reibung und Druck auf 120-180°C (oder mehr) erhitzt (Trocknung) und durch die gewünschte Form gepresst & abgeschnitten. Am Ende angekommen werden die Kroketten je nach Hersteller noch mit Fetten, Vitaminen, Konservierungsstoffen etc. beschichtet. Der Nachteil ist die hohe Temperatur, da dadurch viele Nährstoffe verloren gehen & so in späterer Folge künstlich ergänzt werden müssen. Der Vorteil der hohen Temperatur ist die Entkeimung und die bessere Verdaulichkeit des Produktes.

extrudiert - kaltgepresst

Auch diese Beschreibung bezieht sich nur auf einen Prozessschritt, nämlich auf die Pressung am Ende. Die Masse bleibt hier unter 100°C. Auch das dient, um Nährstoffe schonender zu verarbeiten. Verluste gibt es jedoch trotzdem. Hier gibt es nun zu beachten, dass wegen den niedrigeren Temperaturen Erreger überleben könnten, Haltbarkeit verkürzt ist und die Verdaulichkeit sinkt, da die Komponenten nicht so gut aufgespalten wurden.

gebacken

Mit diesem Herstellungsverfahren wurden die allerersten Trockenfutter hergestellt und zählt zu dem aufwendigsten Verfahren. Man kann es sich wie Kekse backen vorstellen. Alle feingemahlenen Zutaten werden mit etwas Flüssigkeit zu einem Teig verarbeitet, mit Formen ausgestochen und bei über 100°C im Ofen gebacken. Beim Extrudieren ist die „Masse“ nur für paar Sekunden hohen Temperaturen ausgesetzt, hier können es auch schon einige Minuten sein.

getreidefrei

Damit Trockenfutter auch seine Form behält benötigt es einen „Klebstoff“, welcher aus Gluten oder Stärke gebildet wird. Getreidefrei lässt nun darauf hindeuten, dass das Produkt zu gleich glutenfrei ist, aber nicht kohlenhydratfrei. Somit muss über die Kohlenhydrate ausreichend Stärke eingebracht werden, z. b. über Kartoffeln, um die Form der Kroketten zu erhalten.


Symbolbild shutterstock.com/Jiri Hera/1520599505

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